Bildungsministerin Britta Ernst auf „Aufwachsen in Brandenburg“-Fachdialog des MBJS: „Demokratie lebt von Vorbildern“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe des MBJS „Aufwachsen in Brandenburg“ diskutierten heute in Potsdam auf Einladung von Bildungsministerin Britta Ernst rund 150 Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Schule, Kita, Jugend und Erwachsenenbildung Herausforderungen für die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen an demokratischen Entscheidungsprozessen. Ziel des Fachgesprächs mit Expertinnen und Experten war es, Perspektiven für die Weiterentwicklung der Demokratiebildung zu beraten, die den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen. 

Die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen an demokratischen Entscheidungsprozessen ist gesellschaftlich wichtig und notwendig. Dafür brauchen sie ein Wertesystem, in dem sie sich orientieren können und das ihnen konkrete Angebote ihrer Partizipation unterbreitet. Schule ist verantwortlich, Werte zu vermitteln, die den freiheitlichen und demokratischen Grund- und Menschenrechte entsprechen. 

Bildungsministerin Britta Ernst: „Wir wollen mit unseren Angeboten zur Demokratiebildung alle Kinder und Jugendlichen motivieren und befähigen, aktiv an der gesellschaftlichen Entwicklung teilzuhaben. Sie sollen lernen, anderen Menschen vorurteilsfrei mit Respekt und Toleranz zu begegnen. Dazu müssen sie das Wesen demokratischen Handelns in einem demokratisch verfassten Staat kennenlernen.  Durch ihr selbstbestimmtes Mitwirken in der Schule, in den Kommunen und darüber hinaus erfahren sie die Wirksamkeit des eigenen Handelns.  Das MBJS fördert entsprechende Projekte, die den Kindern und Jugendlichen diese Möglichkeiten eröffnen.“

Brandenburg gibt der Demokratiebildung in verschiedenen zentralen bildungspolitischen Dokumenten eine gute Grundlage. Der Rahmenlehrplan für die Klassen 1-10 weist der Demokratiebildung und ihrer praktischen Umsetzung im Unterricht einen hohen Stellenwert zu. Seit 2018 können Kinder und Jugendliche in Brandenburg mehr Einfluss auf die Planungen in Städten und Gemeinden nehmen: Die geänderte Kommunalverfassung legt fest, dass die Gemeinden Mitwirkungsrechte und Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche einrichten müssen. Diese Beteiligungsprozesse entwickeln sich mit großer Dynamik. Seit 2011 wurde das Mindestwahlalter bei Landtags- und Kommunalwahlen in Brandenburg von 18 auf 16 Jahre abgesenkt. 

Im Fachdialog der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis wurden vorrangig zeitgemäße Ansätze zur Stärkung der aktiven Einbindung junger Menschen in den Demokratiebildungsprozess diskutiert. Sie nutzen den Erfahrungsaustausch intensiv, um Antworten auf  Fragen zu finden wie: Wann soll Partizipation beginnen? Tun wir das Richtige zur Prävention von Rechtsextremismus? Was können wir aus der Geschichte für Demokratiebildung lernen? 

Begleitet wurde die Veranstaltung von einem „Markt der Möglichkeiten“. Dort präsentierten Initiativen und Netzwerkpartner ihre aktuellen Projekte im Land Brandenburg. Im Rahmen der Netzwerkarbeit bestehen in den Landkreisen und kreisfreien Städten gute Kooperationen und Vereinbarungen zur Stärkung der Partizipation und Demokratiebildung für Kinder und Jugendliche. Die Angebote beziehen zahlreiche Berufsgruppen und Institutionen ein - wie Kita-Leitungen, Erzieherinnen und Erzieher, Schulleitungen und Lehrkräfte, Fachleute aus den Jugendämtern sowie aus den Bereichen der freien Bildungsarbeit.


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