Schule in der digitalen Welt

Schule in der digitalen Welt – in die Schulen zieht mehr und mehr das individualisierte Lernen mit Laptops und Whiteboards ein, die Kreidetafel hat meist ausgedient. Dafür müssen sowohl die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrkräfte „medienfit“ gemacht werden.

Der verantwortungsvolle Umgang mit dem World Wide Web, Social-Media-Plattformen, Fake News, Trollen und Social Bots will gelernt sein. Und natürlich muss auch die technische Ausstattung der Schule stimmen. In der digitalen Welt braucht es eine schnelle WLAN-Anbindung ans Internet und ausreichend Hardware in Form von Laptops, Beamern und, und, und … Da sind die Schulträger gefragt, aber auch die Unterstützung durch das Land und den Bund. 

Die Entwicklung der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern ist im Lehrplan festgeschrieben und seit dem Schuljahr 2017/18 unterrichtswirksam: im Basiscurriculum Medienbildung als Teil des gemeinsamen Rahmenlehrplans für die Jahrgangsstufen 1–10. Ausgangspunkt der Medienentwicklungsplanung an einer Schule ist der Ansatz, von den spezifischen pädagogischen Zielen der Schule auszugehen und in enger Zusammenarbeit mit dem Schulträger und weiteren Partnern wie Eltern, Schulfördervereinen u.ä. verbindliche Verabredungen über die weitere Medienausstattung und deren pädagogische Nutzung zu treffen. Darauf hat sich die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) – und damit auch Brandenburg – in der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ verständigt. Zur Umsetzung hat das brandenburgische Bildungsministerium (MBJS) zwei medienfit-Programme aufgelegt, für die im Zeitraum 2016 – 2020 insgesamt 5,74 Millionen Euro bereitstehen. Gefördert wird die medientechnische Ausstattung der Schule durch den Schulträger, flankiert von einem Fortbildungs- und Beratungsprogramm für die Schule (Schulleitung und Lehrkräfte).

Sollte der "DigitalPakt Schule" des Bundes 2019 in Kraft treten, plant das Land Brandenburg die Fortführung und schrittweise Ausweitung des medienfit-Programms auf alle Schulen des Landes.

medienfit_grundschule

Das Projekt medienfit_grundschule wurde im Schuljahr 2016/17 an zehn (Referenz-)Grundschulen gestartet. Dieses Projekt zur Medienbildung und Medienentwicklungsplanung zielt darauf ab, ausgewählte Grundschulen bei der Implementierung des Basiscurriculums Medienbildung zu unterstützen. Dabei wird die fächerintegrative Umsetzung von definierten Kompetenzen und Standards exemplarisch erprobt, unter professioneller Begleitung durch Expertinnen und Experten des Bildungsministeriums (MBJS), des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) sowie des Landesfachverbands Medienbildung, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg sowie der Universität Potsdam. Im Schuljahr 2017/18 wurden weitere 32 Grundschulen in das Projekt aufgenommen. Mittlerweile sind 42 brandenburgische Grundschulen medienfit.

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medienfit­­_sek I

Das Projekt „medienfit“ wurde im Schuljahr 2018/19 auf 50 weiterführende Schulen mit Sekundarstufe I (Jahrgangsstufe 7 bis 10) ausgeweitet. Diese Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft wurden wegen ihrer innovativen pädagogischen Konzepte unter 81 Bewerberschulen ausgewählt. Unter den 50 medienfit_sek I-Schulen sind 16 Gymnasien, 14 Oberschulen, neun Gesamtschulen, sieben Förderschulen, drei berufliche Schulen (OSZ) und eine Schule des Zweiten Bildungsweges.

Die Schulleitungen und Lehrkräfte werden zwei Jahre lang professionell beraten, durch das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin Brandenburg (LISUM) begleitet sowie durch speziell geschulte Schulberaterinnen und Schulberater unterstützt. Jede medienfit-Schule soll innovative didaktische Konzepte und Unterrichtsentwürfe für das Lernen mit und über Medien entwickeln. Die Schulen konnten unter folgenden Schwerpunktthemen wählen, zu denen ihnen externe Unterstützung angeboten wird:

  • Nutzung cloudbasierter Anwendungen für Schule und Unterricht, Selber machen – Einsteigen ins Coding und Making, Verbraucherbildung in der digitalen Welt,
  • Filmbildung als Ein­stieg in eine zeitge­mäße Medien- und Wertebildung sowie
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)/Globale Entwicklung in der digitalen Welt

Ziel des Projektes ist darüber hinaus der flächendeckende Transfer von best-practice-Beispielen sowie die regionale Vernetzung der medienfit-Schulen. Die Träger der am Projekt teilnehmenden Schulen konnten Fördermittel zur Verbesserung der technischen Rahmenbedingungen beantragen: Eine Basisförderung von 20.000 Euro sowie ein zusätzlicher Fördersatz von 68 Euro pro Schülerin bzw. Schüler in der Sekundarstufe I.

Weitere Informationen:

IT- und Medienausstattung an Schulen

Unabhängig von den medienfit-Programmen konnten Schulträger aller Schulformen im November 2018 für die Verbesserung der IT- und Medienausstattung ihrer Schule Fördermittel beim Bildungsministerium beantragen. Der Zuschuss betrugt maximal 15.000 Euro zuzüglich 50 Euro je Schülerin bzw. Schüler. Voraussetzung für die Bewilligung war, dass der Schulträger einen Eigenanteil leistet und ein ausführliches Medienbildungskonzept der Schule mit Bezug zum Basiscurriculum Medienbildung vorliegt. Die Antragsfrist endete am 23. November 2018.

Medienentwicklungsplan einer Schule

Ein Medienentwicklungsplan wird als Instrument verstanden, mit dem in Schulen im Dialog zwischen Schulleitung und (Fach-)Kollegium sowie in Abstimmung mit dem Schulträger und unter Einbeziehung der Mitwirkungsgremien der unterrichtliche und außerunterrichtliche Medieneinsatz geplant und die dafür erforderlichen Voraussetzungen beschrieben werden.

Ausgangspunkt ist ein pädagogisches Konzept. Synergien zwischen Mediennutzung im Fachunterricht und übergreifender Medienbildung werden so nutzbar. Auf dieser Grundlage entstehen verschiedene (Teil-)Konzepte zur Umsetzung der Anforderungen. z. B. Ausstattungs-, Wartungs- und Nutzungskonzept. Medienentwicklungsplanung stellt die Verbindung zwischen Pädagogik und Medien her und ist auf die Zusammenarbeit der gesetzlich vorgesehenen Partner angewiesen.

Evaluation der schulischen Medienbildung

Die schulische Medienbildung im Land Brandenburg wurde zwischen Dezember 2016 und Oktober 2017 im Auftrag des Bildungsministeriums (MBJS) extern evaluiert, durch das mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH. Die Leitfragen der Untersuchung hießen:

  1. Inwieweit werden die Ziele der schulischen Medienbildung erreicht, die sich das Land Brandenburg gesetzt hat?
  2. Mit welchen Maßnahmen lassen sich die Unterschiede zwischen Zielsetzung und bisheriger Zielerreichung für besonders relevante Handlungsfelder und deren Unterthemen verringern und welche Investitionen sind damit verbunden?

Der Bericht zur Evaluation liegt seit Mitte Januar 2018 vor. Er enthält eine qualifizierte Standortbestimmung zur Medienbildung an den Schulen und eine Reihe von Handlungsempfehlungen.

  • Ein Ergebnis ist z. B., dass jede zweite Schule bereits über eine Medienentwicklungsplanung verfügt (abgestimmt mit dem Schulträger, zuständig für die Ausstattung der Schulen).
  • Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass viele Lehrkräfte hochmotiviert sind, mit den neuen Medien zu arbeiten.
  • Allerdings hat die externe Evaluation auch den großen Bedarf vieler Schulen an besserer IT-Ausstattung und Qualifizierung des Personals gezeigt.

Hintergrund der Evaluation:
Das Brandenburger Parlament hat 2016 mehrere Beschlüsse zu medienbildungsrelevanten Handlungsfeldern des Bildungsministeriums gefasst. Darin forderte das Parlament die Landesregierung auf, eine „Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg“ zu entwickeln. Fast zeitgleich verabschiedete die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“. Diese Strategie bietet einen, für alle Bundesländer verbindlichen, bildungspolitischen Orientierungs- und Handlungsrahmen zur Anpassung des Bildungssystems in Deutschland entsprechend der veränderten Rahmenbedingungen aufgrund der Digitalisierung.

Weitere Informationen:

EFRE-Förderprogramm 2007-2013

Für Schulen mit gymnasialer Oberstufe war die Medienentwicklungsplanung in den Jahren 2008 bis 2013 mit einer konkreten EU-Förderung verbunden. Gegenstand der Förderung des Euopäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) war u. a. die „Ergänzung der IT-Ausstattung von Schulen, die zu einer Studienberechtigung führen“.

Übergreifende Ziele waren die „Verbesserung der Studierfähigkeit“ sowie die „Verbesserung der IT-Kompetenz der Schülerinnen und Schüler“. Für das Förderprogramm standen etwa sechs Millionen Euro aus dem EFRE-Fonds der Europäischen Union zur Verfügung. Bei der Umsetzung arbeitete das Bildungsministerium (MBJS) eng mit den Schulträgern (Landkreise, kreisfreie Städte, Gemeinden, freie Träger) zusammen. Die Umsetzung des Förderprogrammes und die Dimension des Veränderungsprozesses wurden 2012 dokumentiert.

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