Schule in der digitalen Welt

Schule in der digitalen Welt – in die Schulen zieht das individualisierte Lernen mit Laptops und Whiteboards ein. Dafür müssen sowohl die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrkräfte „medienfit“ gemacht werden. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem World Wide Web, Social-Media-Plattformen, Fake News, Trollen und Social Bots will gelernt sein. Und natürlich muss auch die technische Ausstattung der Schule stimmen. In der digitalen Welt braucht es eine schnelle WLAN-Anbindung ans Internet und ausreichend Hardware in Form von Laptops, Beamern und, und, und …

Aus dem DigitalPakt Schule (2019-2024) des Bundes erhält Brandenburg rund 151 Millionen Euro zur Förderung der digitalen Infrastruktur allgemeinbildender und beruflicher Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft. Hinzu kommt der Eigenanteil, den Land, Kommunen und freie Schulträger in Höhe von rund 16,7 Millionen Euro zu tragen haben. Der DigitalPakt Schule ist im Mai 2019 in Kraft getreten, seit 1. September 2019 können Schulträger Mittel aus dem Digitalpakt Schule bei der Investitions- und Landesbank (ILB) online beantragen.

Digital-Pakt Schule (Bundesförderung)

Aus dem Digital-Pakt Schule (2019-2024) des Bundes erhält Brandenburg rund 151 Millionen Euro zur Förderung der digitalen Infrastruktur allgemeinbildender und beruflicher Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft. Hinzu kommt der Eigenanteil, den Land, Kommunen und freie Schulträger in Höhe von rund 16,7 Millionen Euro zu tragen haben.

136 Millionen Euro aus den Bundesmitteln sind für die Ausstattungsförderung der Schulen vorgesehen, beispielsweise für:

  • Dateninfrastrukturen für Schulgebäude/-gelände,
  • Serverlösungen,
  • schulisches WLAN,
  • Aufbau schulischer digitaler Lehr-/Lerninfrastrukturen,
  • Anzeige- und Interaktionsgeräte (Whiteboards, Beamer), 
  • digitale Arbeitsgeräte (Messgeräte, Dokumentenkameras) sowie
  • schulgebundene mobile Endgeräte (Tablets, Laptops).

Mit rund 15 Millionen Euro bilden die 25 beruflichen Schulen in öffentlicher Trägerschaft (Oberstufenzentren/OSZ) einen Förderschwerpunkt. Damit soll insbesondere die duale Ausbildung in Brandenburg in ihrer Qualität unterstützt werden. Unter dem Dach eines OSZ gibt es mehrere berufliche Schulen: u.a. Berufsschule mit dualer Ausbildung, Fachschule (z.B. für Erzieherausbildung) und das berufliche Gymnasium. Zudem kann in vielen Bildungsgängen neben der beruflichen Qualifizierung ein höherer Schulabschluss erworben werden.

Die Fördermittel für die OSZ können die Landkreise und kreisfreien Städte erhalten, da sie für deren Ausstattung verantwortlich sind, somit auch für die IT-Ausstattung. Die Höhe der Fördersumme, die die Schulträger bekommen, richtet sich nach der Anzahl der Schülerinnen und Schüler am OSZ: Je Schülerin und Schüler gibt es (bei voller Anwesenheit) eine Zuwendung von 612 Euro. Daraus ergeben sich Fördersummen zwischen gut 300.000 Euro und 1,2 Millionen Euro pro OSZ. Im Durchschnitt fließen an jedes OSZ mehr als eine halbe Million Euro (600.000 Euro) für die Digitalisierung der Einrichtung. Das zeigt die Schwerpunktsetzung für die berufliche Bildung in Brandenburg.

> Fördersummen für Schulträger/Schulen

7,5 Millionen Euro stehen für regionale und landesweite Investitionsvorhaben zur Verfügung, in Brandenburg beispielsweise für die Pilotierung der Schul-Cloud. Nach Ablauf des Pilotierungszeitraumes ist die Etablierung einer Schul-Cloud-Lösung für alle Schulen des Landes geplant. Außerdem stehen sie für die Digitalisierung im Schulsport bereit. Sie soll dazu beitragen, im Sportland Brandenburg auch künftig Erfolge im Spitzensport zu erzielen. Dazu sind insbesondere an den Spezialschulen Sport und für Sportklassen Maßnahmen geplant. Eine noch zu entwickelnde Web-Anwendung soll das Testen, die Dokumentation und Datenerhebung in Training und Wettkampf effektiver machen, die Eingabe, Speicherung und Auswertung von individuellen Entwicklungsdokumentationen erweitern und über Web-Browser ermöglichen. In Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern soll ein „Bewegungsatlas“ entwickelt werden, der es Schülerinnen und Schülern ermöglicht, ein breiteres Spektrum an Sport- und Bewegungsangeboten in der Region in den Blick zu nehmen und selbstständig aktiv zu werden.

Weitere 7,5 Millionen Euro können für länderübergreifende Investitionsvorhaben genutzt werden, wie beispielsweise die Entwicklung von Fortbildungsmodulen für die Lehrkräfte-Qualifizierung, online basierte Lernplattformen sowie Schulorganisationssoftware für Kinder beruflich reisender Eltern in Deutschland.

Die Richtlinie zur Umsetzung des Digital-Pakts Schule wurde veröffentlicht, so dass die Schulträger ab September Anträge bei der ILB stellen können.

Richtlinie des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport zur Umsetzung des DigitalPakts Schule 2019 - 2024 (Richtlinie DigitalPakt Schule) vom 31.07.2019 

Kontakt:
Steven Brandt
Tel.: 0331 866-3841
Mail: Steven.Brandt@mbjs.Brandenburg.de

Pilotierung der Schul-Cloud Brandenburg startet

Im Schuljahr 2019/20 startet – im Rahmen der Gesamtkonzeption zur Umsetzung des Digital-Pakts Schule – die Pilotierung der „Schul-Cloud Brandenburg“. Mit dem Projekt soll eine Grundlage geschaffen werden, damit zukünftig an allen Schulen des Landes moderne digitale Lehr- und Lerninhalte genutzt werden können. 54 medienfit-Schulen beteiligen sich im neuen Schuljahr daran. Projektpartner der Pilotierung sind das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam, die DigitalAgentur Brandenburg (DABB) und das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) in Ludwigsfelde. Die 54 medienfit-Schulen beginnen im Schuljahr 2019/20 eine zweijährige Pilotphase, in der die unterrichtliche Nutzung der Schul-Cloud in ausgewählten Jahrgangsstufen und Fächern erprobt und entwickelt wird. Dafür stehen in den kommenden zwei Schuljahren insgesamt rund 240.000 Euro bereit. Nach einem Jahr besteht die Möglichkeit, in einer zweiten Ausbaustufe weitere 46 Schulen in das Projekt aufzunehmen.

> Liste: Pilotschulen Schul-Cloud
> Karte: Pilotschulen Schul-Cloud

medienfit-Schulen (Landesförderung)

An den Landesprogrammen „medienfit_Grundschule“ (2016-2019) und „medienfit_sek I“ (2018-2020) nehmen mittlerweile insgesamt 92 Schulen teil.

Diese Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft wurden wegen ihrer innovativen pädagogischen Konzepte ausgewählt. Die Schulleitungen und Lehrkräfte werden professionell beraten, durch das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin Brandenburg (LISUM) begleitet sowie durch speziell geschulte Schulberaterinnen und Schulberater unterstützt. Jede medienfit-Schule soll innovative didaktische Konzepte und Unterrichtsentwürfe für das Lernen mit und über Medien entwickeln. Die Schulen konnten unter folgenden Schwerpunktthemen wählen, zu denen ihnen externe Unterstützung angeboten wird:

  • Nutzung cloudbasierter Anwendungen für Schule und Unterricht,
  • Selber machen – Einsteigen ins Coding und Making,
  • Verbraucherbildung in der digitalen Welt,
  • Filmbildung als Ein­stieg in eine zeitge­mäße Medien- und Wertebildung sowie
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)/Globale Entwicklung in der digitalen Welt

Ziel des Projektes ist darüber hinaus der flächendeckende Transfer von best-practice-Beispielen sowie die regionale Vernetzung der medienfit-Schulen. Die Träger der am Projekt teilnehmenden Schulen konnten Fördermittel zur Verbesserung der technischen Rahmenbedingungen beantragen.

> Karte: medienfit-Schulen

Medienentwicklungsplan einer Schule

Die Entwicklung der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern ist im Lehrplan festgeschrieben und seit dem Schuljahr 2017/18 unterrichtswirksam: im Basiscurriculum Medienbildung als Teil des gemeinsamen Rahmenlehrplans für die Jahrgangsstufen 1–10. Ausgangspunkt der Medienentwicklungsplanung an einer Schule ist der Ansatz, von den spezifischen pädagogischen Zielen der Schule auszugehen und in enger Zusammenarbeit mit dem Schulträger und weiteren Partnern wie Eltern, Schulfördervereinen u.ä. verbindliche Verabredungen über die weitere Medienausstattung und deren pädagogische Nutzung zu treffen. Darauf hat sich die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) – und damit auch Brandenburg – in der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ verständigt.

Ein Medienentwicklungsplan wird als Instrument verstanden, mit dem in Schulen im Dialog zwischen Schulleitung und (Fach-)Kollegium sowie in Abstimmung mit dem Schulträger und unter Einbeziehung der Mitwirkungsgremien der unterrichtliche und außerunterrichtliche Medieneinsatz geplant und die dafür erforderlichen Voraussetzungen beschrieben werden.

Ausgangspunkt ist ein pädagogisches Konzept. Synergien zwischen Mediennutzung im Fachunterricht und übergreifender Medienbildung werden so nutzbar. Auf dieser Grundlage entstehen verschiedene (Teil-)Konzepte zur Umsetzung der Anforderungen. z. B. Ausstattungs-, Wartungs- und Nutzungskonzept. Medienentwicklungsplanung stellt die Verbindung zwischen Pädagogik und Medien her und ist auf die Zusammenarbeit der gesetzlich vorgesehenen Partner angewiesen.

Landesprogramm zur Förderung der IT- und Medienausstattung an Schulen

Unabhängig von den medienfit-Programmen konnten Schulträger aller Schulformen im November 2018 für die Verbesserung der IT- und Medienausstattung ihrer Schule Fördermittel beim Bildungsministerium beantragen. Der Zuschuss betrug maximal 15.000 Euro zuzüglich 50 Euro je Schülerin bzw. Schüler. Voraussetzung für die Bewilligung war, dass der Schulträger einen Eigenanteil leistet und ein ausführliches Medienbildungskonzept der Schule mit Bezug zum Basiscurriculum Medienbildung vorliegt. Die Antragsfrist endete am 23. November 2018.

Evaluation der schulischen Medienbildung

Die schulische Medienbildung im Land Brandenburg wurde zwischen Dezember 2016 und Oktober 2017 im Auftrag des Bildungsministeriums (MBJS) extern evaluiert, durch das mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH. Die Leitfragen der Untersuchung hießen:

  1. Inwieweit werden die Ziele der schulischen Medienbildung erreicht, die sich das Land Brandenburg gesetzt hat?
  2. Mit welchen Maßnahmen lassen sich die Unterschiede zwischen Zielsetzung und bisheriger Zielerreichung für besonders relevante Handlungsfelder und deren Unterthemen verringern und welche Investitionen sind damit verbunden?

Der Bericht zur Evaluation liegt seit Mitte Januar 2018 vor. Er enthält eine qualifizierte Standortbestimmung zur Medienbildung an den Schulen und eine Reihe von Handlungsempfehlungen.

  • Ein Ergebnis ist z. B., dass jede zweite Schule bereits über eine Medienentwicklungsplanung verfügt (abgestimmt mit dem Schulträger, zuständig für die Ausstattung der Schulen).
  • Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass viele Lehrkräfte hochmotiviert sind, mit den neuen Medien zu arbeiten.
  • Allerdings hat die externe Evaluation auch den großen Bedarf vieler Schulen an besserer IT-Ausstattung und Qualifizierung des Personals gezeigt.

Hintergrund der Evaluation:
Das Brandenburger Parlament hat 2016 mehrere Beschlüsse zu medienbildungsrelevanten Handlungsfeldern des Bildungsministeriums gefasst. Darin forderte das Parlament die Landesregierung auf, eine „Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg“ zu entwickeln. Fast zeitgleich verabschiedete die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“. Diese Strategie bietet einen, für alle Bundesländer verbindlichen, bildungspolitischen Orientierungs- und Handlungsrahmen zur Anpassung des Bildungssystems in Deutschland entsprechend der veränderten Rahmenbedingungen aufgrund der Digitalisierung.

Weitere Informationen:

EFRE-Förderprogramm 2007-2013

Für Schulen mit gymnasialer Oberstufe war die Medienentwicklungsplanung in den Jahren 2008 bis 2013 mit einer konkreten EU-Förderung verbunden. Gegenstand der Förderung des Euopäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) war u. a. die „Ergänzung der IT-Ausstattung von Schulen, die zu einer Studienberechtigung führen“.

Übergreifende Ziele waren die „Verbesserung der Studierfähigkeit“ sowie die „Verbesserung der IT-Kompetenz der Schülerinnen und Schüler“. Für das Förderprogramm standen etwa sechs Millionen Euro aus dem EFRE-Fonds der Europäischen Union zur Verfügung. Bei der Umsetzung arbeitete das Bildungsministerium (MBJS) eng mit den Schulträgern (Landkreise, kreisfreie Städte, Gemeinden, freie Träger) zusammen. Die Umsetzung des Förderprogrammes und die Dimension des Veränderungsprozesses wurden 2012 dokumentiert.

Weitere Informationen:

Dokumentation: Medienentwicklungsplanung an Schulen mit gymnasialer Oberstufe 2007-1013



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