Schule in der digitalen Welt

Schule in der digitalen Welt – in die Schulen zieht mehr und mehr das individualisierte Lernen mit Laptops und Whiteboards ein, die Kreidetafel hat meist ausgedient. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem World Wide Web, Social-Media-Plattformen, Fake News, Trollen und Social Bots will gelernt sein. Und natürlich muss auch die technische Ausstattung der Schule stimmen. In der digitalen Welt braucht es eine schnelle WLAN-Anbindung ans Internet und ausreichend Hardware in Form von Laptops, Beamern und, und, und … Da sind die Schulträger gefragt, aber auch die Unterstützung durch das Land und den Bund.

Die Entwicklung der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern ist im Lehrplan festgeschrieben und seit dem Schuljahr 2017/18 unterrichtswirksam, im Basiscurriculum Medienbildung als Teil des gemeinsamen Rahmenlehrplans für die Jahrgangsstufen 1–10. Ausgangspunkt der Medienentwicklungsplanung an einer Schule ist der Ansatz, von den spezifischen pädagogischen Zielen der Schule auszugehen und in enger Zusammenarbeit mit dem Schulträger und weiteren Partnern wie Eltern, Schulfördervereinen u. ä. verbindliche Verabredungen über die weitere Medienausstattung und deren pädagogische Nutzung zu treffen. Darauf hat sich die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) – und damit auch Brandenburg – in der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ (2016) verständigt.

Zur Umsetzung hat das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (MBJS) zwei medienfit-Programme aufgelegt, für die im Zeitraum 2016-2019 insgesamt 5,74 Millionen Euro bereitstanden. Gefördert wurde die medientechnische Ausstattung der Schule durch den Schulträger. Flankierend dazu wurde ein Fortbildungs- und Beratungsprogramm für die Schule (Schulleitung und Lehrkräfte) durchgeführt.

Bei der Umsetzung des vom Bund initiierten DigitalPakts Schule 2019-2024 im Land Brandenburg kann nun auf viele erprobte Inhalte und Verfahrensweisen aus den beiden „medienfit-Programmen“ zurückgegriffen werden. Dazu zählt vor allem eine zwischen Schule, Schulträger und schulischen Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern verabredete Medienentwicklungsplanung.

DigitalPakt Schule 2019-2024 und Medienentwicklungsplanung

Der DigitalPakt Schule 2019-2024 knüpft an die konzeptionellen Grundlagen der Strategie „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie an die Strategie der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ an. Bund und Länder haben sich zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schülern aller Schulstufen und Schulformen die Entwicklung grundlegender Kompetenzen für einen souveränen Umgang mit der digitalen Welt zu ermöglichen.

Um dieses Ziel erreichen zu können, soll mit dem DigitalPakt Schule 2019-2024 für eine Verbesserung der digitalen Infrastruktur und der technischen Ausstattung der Schulen gesorgt werden. Insgesamt stehen den Ländern Fördermittel in Höhe von 5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Für das Land Brandenburg ergeben sich aus dem DigitalPakt Schule 2019-2024 gemäß der Verteilung nach dem Königsteiner Schlüssel rund 151 Mio. Euro Bundesförderung. Die Fördermittel werden für Investitionen in die digitale Infrastruktur allgemeinbildender und beruflicher Schulen in öffentlicher sowie freier Trägerschaft bereitgestellt. Das Land Brandenburg ist bestrebt, alle Schulen über die Laufzeit des DigitalPakts Schule 2019-2024 bei der Errichtung einer zeitgemäßen IT-Infrastruktur und bei der Verbesserung der technischen Ausstattung zu unterstützen.

Die Verwaltungsvereinbarung gibt weitestgehend die Fördergegenstände und Eckpunkte des Zuwendungsverfahrens für die Ausstattungsförderung an den Schulen, den regionalen und landesweiten sowie den länderübergreifenden Investitionsvorhaben vor. An die Vorgaben des Bundes ist das Land Brandenburg gebunden und hat diese in der entsprechenden Förderrichtlinie abgebildet. Demnach sind jedem Förderantrag für Ausstattungsinvestitionen der Schulen

  • ein technisch-pädagogisches Einsatzkonzept (Medienbildungskonzept),
  • eine Bestandsaufnahme bestehender und benötigter Ausstattung (Ausstattungskonzept) sowie
  • eine bedarfsgerechte Fortbildungsplanung für die Lehrkräfte (Fortbildungskonzept)

beizufügen.

Diese drei Bestandteile – Medienbildungs-, Ausstattungs- und Fortbildungskonzept – bilden zusammen einen schulspezifischen Medienentwicklungsplan, der Voraussetzung für die Antragstellung des Schulträgers im Rahmen des DigitalPakts Schule 2019-2024 ist.

Um zu gewährleisten, dass die Qualität des Medienentwicklungsplans den fachlichen und formalen Anforderungen des DigitalPakts Schule 2019-2024 entspricht, übernehmen die Schulrätinnen und Schulräte im Rahmen der Antragstellung dessen fachliche Prüfung.

Medienentwicklungsplan einer Schule

Ein Medienentwicklungsplan wird als Instrument verstanden, mit dem im Dialog zwischen Schulleitung und (Fach-)Kollegium sowie in Abstimmung mit dem Schulträger und unter Einbeziehung der Mitwirkungsgremien der unterrichtliche und außerunterrichtliche Medieneinsatz geplant und die dafür erforderlichen Voraussetzungen beschrieben werden.

Ausgangspunkt ist ein Medienbildungskonzept. Ergänzt durch ein Ausstattungs- und Fortbildungskonzept ergibt sich im Gesamtbild ein schulspezifischer Medienentwicklungsplan (MEP).

Der Medienentwicklungsplan (MEP) dokumentiert den gemeinsamen Prozess der Verständigung aller schulischen Akteurinnen und Akteure über die Ziele und Organisation der pädagogisch-didaktischen (digitalen) Medienintegration. Medienentwicklungsplanung stellt die Verbindung zwischen Pädagogik und Medien her und ist auf die Zusammenarbeit der gesetzlich vorgesehenen Partner angewiesen.

Das Einreichen eines Medienentwicklungsplans auf der Grundlage eines standardisierten Formulars ist Voraussetzung für die Antragstellung im Rahmen des DigitalPakts Schule 2019-2024.

Der vom Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) erstellte Handlungsleitfaden dient dabei als praktische Hilfestellung für Schulen zur Erstellung eines MEP im Rahmen der Antragstellung zum DigitalPakt Schule. Zusätzlich wurde ein Beispiel-Medienentwicklungsplan für eine fiktive Grundschule als Hilfestellung erarbeitet.

Qualifizierung der Lehrkräfte im DigitalPakt Schule 2019-2024

Den Schulen werden im DigitalPakt Schule 2019-2024 zur Unterstützung bei einer nachhaltigen und fächerintegrativen Medienentwicklungsplanung professionelle Beratungs-, Fortbildungs- und Vernetzungsangebote zur Verfügung stehen. In diesem Rahmen sind flächendeckende Fortbildungsmaßnahmen zur Entwicklung von Kompetenzen auf der Basis des Europäischen Rahmens für die Digitale Kompetenz von Lehrenden (DigCompEdu) für alle Lehrkräfte geplant.

Schul-Cloud Brandenburg in der Pilotphase

Im Schuljahr 2019/2020 ist – im Rahmen der Gesamtkonzeption zur Umsetzung des DigitalPakts Schule – die Pilotierung der "Schul-Cloud Brandenburg" an 51 medienfit-Schulen und 3 MINT-EC Schulen gestartet. Mit dem Projekt soll eine Grundlage geschaffen werden, damit zukünftig an allen Schulen des Landes moderne digitale Lehr- und Lerninhalte genutzt werden können.

Die Schul-Cloud Brandenburg ist eine leicht bedienbare digitale Lern- und Arbeitsumgebung, auf die Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler orts-, zeit- und endgeräteunabhängig zugreifen können. Sie schafft die technische Grundlage dafür, moderne digitale Lehr- und Lerninhalte in jedem Unterrichtsfach sicher nutzen zu können – das gilt auch in Zeiten der Untersagung von Unterrichtserteilung an den Schulen.

Im April 2020 hat das Bildungsministerium - angesichts der Corona-Pandemie - allen Schulen, die im Rahmen einer Umfrage einen kurzfristigen Bedarf angemeldet haben, den Zugang zur Schul-Cloud Brandenburg ermöglicht: Rund 170 weiteren interessierten Schulen (in öffentlicher und freier Trägerschaft) sowie den drei Studienseminaren des Landes wurde die Schul-Cloud-Brandenburg zur Verfügung gestellt. Nach den Osterferien kamen weitere Schulen dazu. Seit Beginn des Schuljahrs 2020/2021 können dann insgesamt rund 500 Schulen mit der Schulcloud Brandenburg arbeiten.

Das Ministerium setzt das Vorhaben gemeinsam mit dem Hasso-Plattner-Institut (HPI), der DigitalAgentur Brandenburg (DABB) und dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) um.

Schulentwicklungsprojekt "medienfit_sek I"

Das Projekt „medienfit“ wurde im Schuljahr 2018/2019 auf 50 weiterführende Schulen mit Sekundarstufe I (Jahrgangsstufe 7 bis 10) ausgeweitet. Diese Schulen in öffentlicher sowie freier Trägerschaft wurden wegen ihrer innovativen pädagogischen Konzepte unter 81 Bewerberschulen ausgewählt. Unter den 50 „medienfit_sek I“-Schulen sind 16 Gymnasien, 14 Oberschulen, neun Gesamtschulen, sieben Förderschulen, drei berufliche Schulen (OSZ) und eine Schule des Zweiten Bildungsweges.

Die Schulleitungen und Lehrkräfte werden zwei Jahre lang professionell beraten, durch das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) begleitet sowie durch speziell geschulte Schulberaterinnen und Schulberater unterstützt. Jede medienfit-Schule soll innovative didaktische Konzepte und Unterrichtsentwürfe für das Lernen mit und über Medien entwickeln. Die Schulen konnten unter folgenden Schwerpunktthemen wählen, zu denen ihnen externe Unterstützung angeboten wird:

  • Pilotierung der Schul-Cloud Brandenburg
  • Selber machen – Einsteigen ins Coding und Making,
  • Verbraucherbildung in der digitalen Welt,
  • Filmbildung als Ein­stieg in eine zeitge­mäße Medien- und Wertebildung

Ziel des Projektes ist darüber hinaus der flächendeckende Transfer von best-practice-Beispielen sowie die regionale Vernetzung der medienfit-Schulen. Die Träger der am Projekt teilnehmenden Schulen konnten Fördermittel zur Verbesserung der technischen Rahmenbedingungen beantragen: Eine Basisförderung von 20.000 Euro sowie ein zusätzlicher Fördersatz von 68 Euro pro Schülerin bzw. Schüler in der Sekundarstufe I.

Schulentwicklungsprojekt "medienfit:-)Grundschule"

Das Projekt medienfit:-)Grundschule wurde im Schuljahr 2016/17 an zehn (Referenz-)Grundschulen gestartet. Dieses Projekt zur Medienbildung und Medienentwicklungsplanung zielte darauf ab, ausgewählte Grundschulen bei der Implementierung des Basiscurriculums Medienbildung zu unterstützen.

Dabei wurde die fächerintegrative Umsetzung von definierten Kompetenzen und Standards exemplarisch erprobt, unter professioneller Begleitung durch Expertinnen und Experten des Bildungsministeriums (MBJS), des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) sowie des Landesfachverbands Medienbildung, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg sowie der Universität Potsdam.

Im Schuljahr 2017/18 wurden weitere 32 Grundschulen in das Projekt aufgenommen. Mittlerweile sind 42 brandenburgische Grundschulen medienfit.

Für 41 der teilnehmenden Schulen wurden im Jahr 2018 und 2019 Fördermittel zur Verbesserung der technischen Rahmenbedingungen bewilligt. Die Fördersumme pro Schule setzte sich aus einer Basisförderung von 20.000 Euro sowie einem zusätzlichen Fördersatz von 63 Euro pro Schülerin bzw. Schüler zusammen.

Landesprogramm zur Förderung der IT- und Medienausstattung an Schulen

Unabhängig von den medienfit-Programmen konnten Schulträger aller Schulformen im November 2018 für die Verbesserung der IT- und Medienausstattung ihrer Schule Fördermittel beim Bildungsministerium (MBJS) beantragen.

Der Zuschuss betrug maximal 15.000 Euro zuzüglich 50 Euro je Schülerin bzw. Schüler. Voraussetzung für die Bewilligung war, dass der Schulträger einen Eigenanteil leistet und ein ausführliches Medienbildungskonzept der Schule mit Bezug zum Basiscurriculum Medienbildung vorliegt. Die Antragsfrist endete am 23. November 2018.

Evaluation der schulischen Medienbildung

Die schulische Medienbildung im Land Brandenburg wurde zwischen Dezember 2016 und Oktober 2017 im Auftrag des Bildungsministeriums (MBJS) extern evaluiert, durch das mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH. Die Leitfragen der Untersuchung hießen:

  1. Inwieweit werden die Ziele der schulischen Medienbildung erreicht, die sich das Land Brandenburg gesetzt hat?
  2. Mit welchen Maßnahmen lassen sich die Unterschiede zwischen Zielsetzung und bisheriger Zielerreichung für besonders relevante Handlungsfelder und deren Unterthemen verringern und welche Investitionen sind damit verbunden?

Der Bericht zur Evaluation liegt seit Mitte Januar 2018 vor. Er enthält eine qualifizierte Standortbestimmung zur Medienbildung an den Schulen und eine Reihe von Handlungsempfehlungen.

    • Ein Ergebnis ist z. B., dass jede zweite Schule bereits über eine Medienentwicklungsplanung verfügt (abgestimmt mit dem Schulträger, zuständig für die Ausstattung der Schulen).
    • Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass viele Lehrkräfte hochmotiviert sind, mit den neuen Medien zu arbeiten.
    • Allerdings hat die externe Evaluation auch den großen Bedarf vieler Schulen an besserer IT-Ausstattung und Qualifizierung des Personals gezeigt.

Hintergrund der Evaluation:
Das Brandenburger Parlament hat 2016 mehrere Beschlüsse zu medienbildungsrelevanten Handlungsfeldern des Bildungsministeriums gefasst. Darin forderte das Parlament die Landesregierung auf, eine „Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg“ zu entwickeln. Fast zeitgleich verabschiedete die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“. Diese Strategie bietet einen für alle Bundesländer verbindlichen, bildungspolitischen Orientierungs- und Handlungsrahmen zur Anpassung des Bildungssystems in Deutschland entsprechend der veränderten Rahmenbedingungen aufgrund der Digitalisierung.



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