Initiative Sekundarstufe I

Das Förderprogramm Initiative Sekundarstufe I (INISEK I) richtet sich an Oberschulen, Gesamtschulen und Schulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“. Das Programm zielt darauf, die schulischen Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 sowie ihre Ausbildungsfähigkeit zu verbessern. Immer weniger Schülerinnen und Schüler sollen die Schule ohne Abschluss verlassen und immer mehr einen höherwertigen Schulabschluss erreichen. Die Berufs- und Studienorientierung an den Schulen soll weiter gestärkt und Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Akteuren und Einrichtungen verstetigt werden. Schülerinnen und Schüler sollen schon in der Schule erleben, wofür sie lernen. Schulen sollen sich zudem vermehrt zu Lernorten entwickeln, die in das Gemeinwesen und in bildungsfördernde regionale Netzwerke eingebunden sind.

Den Oberschulen, Gesamtschulen und Förderschulen „Lernen“ stehen in der Förderperiode der Europäischen Union 2014 - 2020 bis zum 31. Juli 2021 insgesamt circa 38 Millionen Euro für die Umsetzung des Programms INISEK I zur Verfügung. Knapp 30 Millionen Euro kommen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), weitere 8 Millionen Euro aus Landesmitteln. Mit diesen Mitteln sollen die Schulen – in Ergänzung zum Unterricht – Bedarfe formulieren, um den Schülerinnen und Schülern bessere Schulabschlüsse zu ermöglichen, ihre Ausbildungsfähigkeit zu verbessern und ihre Persönlichkeit zu stärken.

Die Schulen erhalten professionelle Beratung und Unterstützung durch zwei INISEK I-Regionalpartner. Weitere Unterstützung bieten das "Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft in Brandenburg" und die fünf regionalen Agenturen für Arbeit im Land Brandenburg für den Bereich der Berufs- und Studienorientierung. INISEK I wurde am 1. August 2015 als Nachfolge der „Initiative Oberschule“ gestartet.

Welche Projekte können gefördert werden

Die Angebote stehen allen Schülerinnen und Schülern der am Programm beteiligten Schulformen offen, sollen aber besonders auch leistungsschwache Schülerinnen und Schüler unterstützen. Für das Erreichen der programmatischen Ziele sollen die Projekte bewusst auch auf die Potenziale leistungsstarker Schülerinnen und Schüler zurückgreifen. Vor diesem Hintergrund können auch jahrgangs- und schulformübergreifende Vorhaben durchgeführt werden. Die Schulen beschreiben Projektideen für ihre Schülerinnen und Schüler und reichen diese bei dem für sie zuständigen Umsetzungspartner des Programms (INISEK I-Regionalpartner) ein.

Projekte zur Entwicklung von Berufswahlkompetenz

Schulen können ihren Schülerinnen und Schülern Projekte zur Förderung von Berufswahlkompetenz anbieten, z.B. Berufsorientierungstage, Schülerfirmen oder berufsorientierende Medienprojekte. Darüber hinaus kann insbesondere  das Unterrichtsmodell des Praxislernens gefördert werden. Praxislernen soll Schülerinnen und Schülern berufspraktische Erfahrungen ermöglichen und findet in der Regel an außerschulischen Lernorten statt. Dies können Wirtschaftsbetriebe, öffentliche Einrichtungen, Ausbildungszentren und Hochschuleinrichtungen sein.

Projekte zur Stärkung von sozialen und personalen Schlüsselkompetenzen

Die Schulen können die Persönlichkeitsentwicklung als Teil der Ausbildungsfähigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit externen Partnern gezielt fördern, z.B. durch die Entwicklung von Selbstkompetenz, durch Partizipations- und Verantwortungsübernahme, durch Trainingsprogramme zur Teamfähigkeit oder durch die Entwicklung von Konflikt- und Kritikfähigkeit.

Die Schulprojekte können sich auf folgende Themen und Methoden beziehen:

  • Schule-Wirtschaft
  • Sport
  • Jugendbildung
  • kulturelle Bildung
  • Umweltbildung
  • Verbraucherbildung
Finanzielle Förderung

Für die Durchführung der Schulprojekte stehen mehrzügigen Schulen und einzügigen Förderschulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ je Schule und Schuljahr in der Regel bis zu 20.000 Euro aus dem ESF zur Verfügung. Für sonstige einzügige Schulen stehen je Schule und Schuljahr maximal 8.000 Euro zur Verfügung. Die Schulprojekte müssen auf den spezifischen Bedarf der Schülerschaft der jeweiligen Schule bezogen sein. Daneben müssen sie auf das Schulprogramm oder die schulinternen Curricula abgestimmt sein. Die Förderung der Projekte erfolgt bei positiver Bewertung der Förderwürdigkeit durch die INISEK I-Regionalpartner. Im Zuge einer öffentlichen Ausschreibung vergeben die Regionalpartner die Projekte an externe Anbieter (Kooperationspartner der Schulen). Schulen in freier Trägerschaft müssen bei einer Programmteilnahme einen Eigenanteil in Höhe von 20 Prozent der Gesamtkosten je Schulprojekt leisten.

Weitere Informationen:

INISEK I-Regionalpartner – Umsetzungspartner der Förderung

Zwei Regionalpartner setzen das Programm INISEK I als Zuwendungsempfänger um: Für die Bereiche der Staatlichen Schulämter Neuruppin und Brandenburg an der Havel ist der Regionalpartner INISEK I-Regionalpartner West zuständig, für die Bereiche der Staatlichen Schulämter Frankfurt (Oder) und Cottbus der INISEK I-Regionalpartner Süd-Ost. Beide Regionalpartner nehmen folgende Aufgaben wahr:

  • Ansprechpartner für die staatlichen Schulämter, Schulen, Träger von Schulprojekten (Kooperationspartner der Schulen) und weitere, für das Programm relevante Organisationen und Institutionen,
  • inhaltliche und finanzielle Prüfung des von den Schulen dargestellten Bedarfs,
  • Ausschreibung, Prüfung und Bestätigung der Projektangebote,
  • Beratung der Schulen und ihrer Kooperationspartner bei der Umsetzung der einzelnen Schulprojekte,
  • Begleitung (auch vor Ort) und Auswertung der Schulprojekte unter den Aspekten der Fachlichkeit, Verstetigung und Qualitätssicherung,
  • Durchführung einer übergreifenden Fachveranstaltung pro Schuljahr zu den Inhalten, Schwerpunkten und erreichten Ergebnissen des Programms,
  • Zusammenarbeit mit Akteuren vor allem aus der Wirtschaft, des Übergangsmanagements Schule-Beruf, der Jugendbildung, Kulturbildung, Umweltbildung sowie der Verbraucherbildung und des Sportes sowie
  • Organisation Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte an staatlichen Schulen.

Die INISEK I-Regionalpartner führen regelmäßig Veranstaltungen für den regionalen Austausch im Programm INISEK I durch. Schulen, die den Lernort Schule um Angebote des Praxislernens erweitern wollen, können sich an die Regionalpartner sowie an das Netzwerk Zukunft wenden.

Weitere Informationen:

Konzeptionelle Grundlagen

Mit dem Vorgängerprogramm „Initiative Oberschule“ (IOS) wurde in der zurückliegenden EU-Förderperiode 2007 bis 2013 eine Förderung speziell für Oberschulen entwickelt und umgesetzt. Mit diesem Förderprogramm ist es gelungen, die Oberschulen bei der Aufgabe zu unterstützen, die Anschlussfähigkeit der Schülerinnen und Schüler für die nachfolgenden Bildungsgänge zu sichern sowie mit der Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit einen erfolgreichen Übergang der Schülerinnen und Schüler in die Berufsbildung zu ermöglichen. Dadurch konnte insbesondere die Quote der Schulabgänger, die die Oberschule ohne Abschluss verlassen, deutlich gesenkt werden. Die Quote fiel von 3,1 Prozent im Schuljahr 2007/08 auf noch 2,2 Prozent im Schuljahr 2013/14.

Das Programm IOS wurde im Jahr 2010 erfolgreich evaluiert. Die Einbindung der schulischen Aktivitäten im Rahmen von IOS in schulische Konzepte zur Berufs- und Studienorientierung stellte einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Systematisierung der schulischen Berufs- und Studienorientierung dar. Um diesen Erfolg zukunftsfest zu gestalten, wurde das Programm weiterentwickelt und auf die Jahrgangsstufen 7 bis 10 der Gesamtschulen und Förderschulen mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“ ausgeweitet. Neu im Anschlussprogramm INISEK I ist zudem die Ausweitung der Methoden und Themen zur Realisierung der einzelnen Schulprojekte.

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