Gedenkstättenpädagogik

Nur wer seine Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und Zukunft gestalten. In demokratisch-pluralistischen Gesellschaften ist eine fundierte historisch-politische Bildung die Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und politische Mündigkeit. Im Land Brandenburg, in Berlin oder auch im benachbarten Polen erinnern eine Vielzahl von Gedenkstätten an die Verbrechen des Nationalsozialismus und der kommunistischen Diktaturen. Diese Erinnerungsorte regen dazu an, sich mit der Vergangenheit konkret auseinanderzusetzen.

Authentische Gedenkorte bieten jungen Menschen oft einen emotionalen Zugang, den kein (Lehr-) Buch allein vermitteln kann. In Brandenburg stellen Gedenkstätten-Lehrkräfte vor Ort pädagogische Angebote zur Verfügung, die Schulklassen für die Einbettung des Besuchs in den Unterricht nutzen können. Außerdem vermitteln die Lehrkräfte an den Gedenkstätten Zeitzeugengespräche. Damit bekommen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die von der Verfolgung durch die Nationalsozialisten oder den SED-Staat betroffen waren. Die persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen dieser Menschen schlagen eine Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit und können wichtige Impulse für die Meinungsbildung und Orientierung junger Menschen geben. Die Angebote variieren von Gedenkstätte zu Gedenkstätte und können mit den Gedenkstätten-Lehrkräften individuell abgesprochen werden. Im Rahmenlehrplan für das Fach Geschichte ist in den Doppeljahrgangsstufen 7/8 bzw. 9/10 jeweils der Besuch von zwei außerschulischen Lernorten (Gedenkstätten) vorgesehen, in der gymnasialen Oberstufe (Sek II) werden entsprechende Besuche empfohlen.

Zuschüsse für Gedenkstättenfahrten nach Brandenburg, Berlin und Polen
Für Gedenkstättenfahrten im Land Brandenburg sowie nach Berlin und Polen können Zuschüsse beim zuständigen staatlichen Schulamt beantragt werden. Antragsberechtigt sind in der Regel die Fördervereine der Schulen. Für Fahrten zu den Gedenkstätten in Brandenburg und Berlin werden die Fahrtkosten und Eintrittsgelder mit bis zu 30 Euro pro Schülerin und Schüler bezuschusst. Für Fahrten nach Polen werden pro Schülerin und Schüler u.a. Kosten für An- und Abreise, Verpflegung und Unterkunft sowie Eintrittsgelder mit bis zu 50 Euro für jeden Tag bezuschusst, an dem der Schwerpunkt ein Aufenthalt in einer Gedenkstätte ist (mindestens sechs Zeitstunden). Finden an den An- und Abreisetagen keine Gedenkstättenbesuche statt, kann für beide Tage zusammen ein Zuschuss von bis zu 50 Euro pro Schülerin und Schüler erstattet werden.

Die Anträge sind in der Regel für das 1. Kalenderhalbjahr bis 15. Januar und für das zweite Kalenderjahr bis 15. Juni zu stellen, spätestens jedoch acht Wochen vor Beginn der Fahrt.


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