Bildungsmonitor erneut mit unzutreffenden Aussagen

Die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ hat heute ihren jährlich erscheinenden „Bildungsmonitor“ veröffentlicht. Erneut werden – wie bereits in den vergangenen Jahren – ältere und bereits bekannte Ergebnisse internationaler, nationaler und länderspezifischer Schulleistungsstudien sowie Daten aus dem Hochschulbereich oder der beruflichen Bildung unzulässig miteinander vermischt, zumal länderspezifische Rahmenbedingungen keine Beachtung finden.  

Fremdsprachenunterricht in der Grundschule

Für das Land Brandenburg wird ein fehlender Fremdsprachenunterricht in der Grundschule dargestellt. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Fremdsprachenunterricht in der Grundschule sei – gemessen am Bundesdurchschnitt – mit 50,6 Prozent nur unterdurchschnittlich. Tatsache hingegen ist: Der Fremdsprachenunterricht ist im Land Brandenburg Teil der Stundentafel in der Grundschule und wird verpflichtend für alle Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Insofern liegt der Anteil der Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 3 – 6 mit Fremdsprachenunterricht in der Grundschule bei 100 Prozent

Berufliche Bildung

Der Bildungsmonitor stellt für das Land Brandenburg eine Quote der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz von 9,6 Prozent dar – schlechter als der Bundesdurchschnitt von 9,3 Prozent. Laut Bundesagentur für Arbeit waren aber nur 8,12 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber im Land Brandenburg ohne Ausbildungsplatz[1]weniger als im Bundesdurchschnitt.     

Das Brandenburger Bildungsministerium misst daher weder den im Bildungsmonitor genannten Erfolgen noch den behaupteten Schwächen größere Bedeutung zu. 

Während die Ausbildungsplätze durch Ausbildungsbetriebe bereitgestellt werden, verantwortet das Bildungsministerium (MBJS) den schulischen Teil der beruflichen Bildung. Das MBJS unterstützt die Schulträger der beruflichen Schulen künftig beispielsweise mit 15 Millionen Euro aus dem DigitalPakt Schule zur Verbesserung der IT-Ausstattung und digitalen Infrastruktur.

Für die Entwicklung der Qualität der Schulen im Vergleich der Bundesländer haben die Studien des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)  in Berlin eine höhere Relevanz. Dort hat Brandenburg in den letzten Jahren gut abgeschnitten. Einige Ergebnisse der vergangenen Jahre: 

IQB-Bildungstrend 2016 in der Grundschule für Deutsch und Mathematik: Knapp zwei Drittel der Brandenburger Schülerinnen und Schüler erreichen die Regelstandards und liegen damit im Vergleich der Bundesländer im Mittelfeld. In der Mathematik-Kompetenz „Raum und Form“ (Geometrie) liegt Brandenburg mit Platz 4 im Spitzenfeld

IQB-Bildungstrend 2015 für die Sekundarstufe I Fach Deutsch: Platz 4 im Länderranking. Im Fach Englisch hat das IQB dem Land Brandenburg eine enorme Verbesserung gegenüber den Ergebnissen 2009 bescheinigt: In der Kompetenz „Lesen“ von Platz 15 auf Platz 11, in der Kompetenz „Zuhören“ von Platz 16 auf Platz 13. 

IQB-Ländervergleich 2012 der Sekundarstufe I in Mathematik und Naturwissenschaften: Platz 3 von 16 Bundesländern, gemeinsam mit anderen ostdeutschen Ländern in der Spitzengruppe. Dieses Ergebnis war besonders erfreulich, weil es in den MINT-Fächern (Mathematik-Informatik-Naturwissenschaften-Technik) zustande gekommen ist. 

Bei anderen Ergebnissen liegt Brandenburg im Mittelfeld.


[1] zum Ende des Berichtsjahres über den Ausbildungsstellenmarkt in Brandenburg (30.09.2018)


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