Fachoberschule - Fachhochschulreife

Die Fachoberschule erweitert und vertieft die Allgemeinbildung der Schülerinnen und Schüler und vermittelt ihnen die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Arbeitstechniken, mit dem Ziel die Studierfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu entfalten. Mit der Fachhochschulreife wird eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur) erworben, die zu einem Studium an den Fachhochschulen in allen Ländern der Bundesrepublik Deutschland berechtigt. Im Land Brandenburg kann man mit der Fachhochschulreife auch an einer Universität studieren. Zur Qualitätssicherung und Vergleichbarkeit schulischer Abschlussprüfungen an beruflichen Schulen werden zentrale schriftliche Prüfungen zum Erwerb der Fachhochschulreife in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik durchgeführt. Die fachrichtungsbezogenen Fächer werden dezentral geprüft. Diese zentralen Prüfungen finden in den Bildungsgängen der Fachoberschule, in doppeltqualifizieren­den Bildungsgängen und im Zusatzkurs zum Erwerb der Fachhochschulreife für Schülerinnen und Schüler der Berufsschule und Berufsfachschule (nicht in der Fachschule) statt.

Die verschiedenen Bildungsgänge der Fachoberschule führen in Vollzeit- oder Teilzeitform zur Fachhochschulreife und sind in unterschiedliche Fachrichtungen gegliedert. Der Besuch der Fachoberschule im OSZ ist für die Schülerinnen und Schüler kostenfrei. Eine Ausbildungsvergütung wird nicht gewährt.

Fachhochschulreife in vollzeitschulischer Ausbildung (zweijährig)

Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus der Jahrgangsstufe 10 einer weiterführenden allgemein bildenden Schule, die mindestens die Fachoberschulreife erlangt haben, können einen zweijährigen vollzeitschulischen Bildungsgang der Fachoberschule besuchen. Interessenten haben die Wahl zwischen verschiedenen Fachrichtungen der zweijährigen Fachoberschule:

  • Technik,
  • Wirtschaft und Verwaltung,
  • Sozialwesen.

Wer die zweijährige Fachoberschule besuchen möchte, muss neben der Fachoberschulreife auch eine Zusage einer Praxisstelle für die fachpraktische Ausbildung vorweisen. Die Oberstufenzentren beraten bei der Auswahl der Praxisstellen. Die Bewerberinnen und Bewerber dürfen das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Im ersten Jahr finden der Unterricht am Oberstufenzentrum und eine fachpraktische Ausbildung in einem Betrieb, einer Behörde oder einer sonstigen Einrichtung (Praxisstelle) statt, im zweiten Jahr ausschließlich am Oberstufenzentrum. Der Unterricht umfasst allgemein bildende und jeweils unterschiedliche fachrichtungsbezogene Fächer. Am Ende des zweiten Jahres findet die Fachhochschulreifeprüfung statt. Sie besteht aus schriftlichen Prüfungen in Deutsch, Mathematik, Englisch und einem fachrichtungsbezogenen Fach sowie aus einer mündlichen Prüfung in Englisch und in anderen ausgewählten Fächern der schulischen Ausbildung.

Fachhochschulreife nach abgeschlossener Berufsausbildung (einjährig)

Wer eine Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder in einer Ausbildung nach Landesrecht abgeschlossen hat, kann den einjährigen vollzeitschulischen Bildungsgang der Fachoberschule besuchen. Die zu wählende Fachrichtung richtet sich dann nach der Art der vorangegangenen Berufsausbildung.

Folgende Fachrichtungen werden angeboten:

  • Technik,
  • Wirtschaft und Verwaltung,
  • Sozialwesen,
  • Ernährung,
  • Agrarwirtschaft,
  • Gestaltung.

Der Unterricht umfasst allgemein bildende Fächer und jeweils fachrichtungsbezogene Fächer. Eine schriftliche Prüfung findet in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und in einem fachrichtungsbezogenen Fach statt. Im Fach Englisch wird auch mündlich geprüft.

Doppelqualifizierung / Berufsausbildung mit Fachhochschulreife

In einigen Berufen können Jugendliche, die die Fachoberschulreife besitzen, einen Ausbildungsvertrag abschließen, der es ihnen ermöglicht, gleichzeitig mit der Berufsausbildung die Fachhochschulreife in einem integrierten Bildungsgang zu erwerben. Über die Angebote informieren die Oberstufenzentren, zuständigen Stellen und Betriebe. Am Ende der Berufsausbildung findet neben der Prüfung vor der zuständigen Stelle die Fachhochschulreifeprüfung am Oberstufenzentrum statt. Eine schriftliche Prüfung findet in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch statt. Im Fach Englisch wird auch mündlich geprüft.

Zusatzkurse

Das Zusatzangebot für den Erwerb der Fachhochschulreife in Form von Zusatzkursen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik kann nutzen:

      • wer sich in einer dualen Berufsausbildung nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung von mindestens dreijähriger Regelausbildungsdauer oder
      • in einer zweijährigen Berufsausbildung nach Landesrecht (Assistenten und Sozialassistenten)

befindet und vor Eintritt in die Ausbildung den mittleren Schulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss erworben hat. Das zusätzliche Unterrichtsangebot wird in Form von Zusatzkursen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik organisiert, in denen auch die schriftlichen Prüfungen stattfinden (in Englisch auch eine mündliche Prüfung).

Der Erwerb der Fachhochschulreife ist möglich mit:

    • dem erfolgreichen Abschluss der dualen Berufsausbildung oder
    • dem erfolgreichen Berufsabschluss nach Landesrecht und zusätzlich der Nachweis eines im Anschluss an diese Berufsausbildung absolvierten halbjährigen einschlägigen Praktikums im Umfang von mindestens 800 Stunden oder einer anschließenden zweijährigen Berufstätigkeit oder einer weiteren abgeschlossenen Berufsausbildung.

    Der Erwerb der Fachhochschulreife an den Fachschulen des Landes ist – mittels Unterricht im Wahlbereich – nach den Bestimmungen der Fachschulverordnungen möglich.

    Telekolleg - berufsbegleitend

    Das Telekolleg ist ein bewährtes Bildungsangebot der Kultusministerien in Brandenburg und Bayern gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk. In nur 20 Monaten kann man berufsbegleitend die bundesweit staatlich anerkannte Fachhochschulreife erwerben. Eine fundierte schulische Ausbildung ist als solide Basis für den Erfolg im Beruf wichtig.

    Voraussetzung für die Teilnahme am Telekolleg ist neben einer einschlägigen beruflichen Qualifikation grundsätzlich die Fachoberschulreife (mittlerer Schulabschluss). Bei ausreichender Nachfrage wird ein Vorkurs angeboten, der bei erfolgreicher Teilnahme auch Interessierte ohne Fachoberschulreife berechtigt, in den anschließenden Telekolleg-Lehrgang unter Vorbehalt aufgenommen zu werden. Das Telekolleg ist eine Kombination aus:

    • individuellem Lernen zu Hause mit Fernsehsendungen und begleitendem Studienmaterial sowie
    • dem Präsenzunterricht (alle zwei Wochen samstags) an drei Kollegtagschulen im Land Brandenburg.

    Anhand umfangreicher Studienunterlagen (Bücher , Arbeitsbögen, Online-Begleitung) und den regelmäßig Fernsehsendungen auf ARD-alpha organisiert man seinen Lernrhythmus individuell, angepasst an die persönliche Berufs- und Familiensituation. Der Präsenzunterricht an Kollegtagschulen (alle zwei Wochen samstags) wird im Land Brandenburg an den Volkshochschulen Finsterwalde und Fürstenwalde sowie am Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg durchgeführt. Durch die persönliche Betreuung der erfahrenen Lehrkräfte steht im Telekolleg niemand alleine da. Alle zwei Jahre starten neue Lehrgänge. Das Telekolleg schließt mit Prüfungen ab, die bei Erfolg zum Erwerb der Fachhochschulreife führen.

    Sonderlehrgang – Schule des Zweiten Bildungsweges Cottbus

    An der Schule des Zweiten Bildungsweges Cottbus besteht die Möglichkeit einen Sonderlehrgang zum Erwerb der Fachhochschulreife für Berechtigte nach dem Bundesvertriebenengesetz, Personen mit dem Status als jüdische Zuwanderer, Asylberechtigte und Bleibeberechtigte, deutsche Staatsangehörige aus den Vertreibungsgebieten, Zugewanderte mit deutscher Staatsangehörigkeit und deren Familienangehörigen zu besuchen. Voraussetzungen für die Aufnahme sind der Nachweis eines mittleren Schulabschlusses und Kenntnisse ausreichender deutscher Sprachkenntnisse. Die Aufnahme in den Sonderlehrgang muss beim von der Schule des Zweiten Bildungsweges Cottbus schriftlich beantragt werden.

    Fachhochschulreife – durch schulischen und praktischen Teil

    Wer die gymnasiale Oberstufe vor dem Abitur verlässt, erwirbt die Fachhochschulreife unter bestimmten Voraussetzungen zu einem späteren Zeitpunkt, bestehend aus einem schulischen und einem praktischen Teil. Die Anerkennung der Fachhochschulreife bescheinigen die staatlichen Schulämter auf Antrag.



    Organigramm / Anschrift

    Organigramm

    Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
    Heinrich-Mann-Allee 107 (Haus 1/1a)
    14473 Potsdam
    Anfahrt