Aufholen nach Corona – Zusätzliche Sportangebote für Brandenburger Grundschulen gegen pandemiebedingten Sport- und Bewegungsmangel

Sportlehrerin hilft einer Schülerin am Barren

An der Geschwister-Scholl-Grundschule in Falkensee (Landkreis Havelland) haben Bildungs- und Sportministerin Britta Ernst und der Märkische Turnerbund heute den Startschuss für den zweiten Durchgang des Programms „Aufholen nach Corona – Kinder in Bewegung“ gegeben. Das Programm fördert Sport- und Bewegungsangebote für Grundschülerinnen und Grundschüler. Dafür werden für die Schuljahre 2021/22 und 2022/23 insgesamt 100.000 Euro aus Mitteln des Bund-Länder Aktionsprogramms bereitgestellt.

Bildungs- und Sportministerin Britta Ernst: „Die Pandemie hat den Sport- und Bewegungsmangel bei Kindern weiter verstärkt. Betroffen sind vor allem Kinder, die sich bereits vor der Pandemie im Alltag zu wenig bewegt haben oder sportlich aktiv waren. ‚Aufholen nach Corona – Kinder in Bewegung‘ nimmt gezielt diese Kinder in den Blick. Die zusätzlichen Sport- und Bewegungsangebote werden helfen, die Folgen des pandemiebedingten Sport- und Bewegungsmangels zu mildern. Außerdem sollen sie Kindern dauerhaft Lust auf Sport machen.“

Das Programm „Aufholen nach Corona – Kinder in Bewegung“ richtet sich an Grundschülerinnen und Grundschüler. Im Rahmen des Programms sollen motorisch Lernrückstände und Bewegungsdefizite abgebaut werden, die infolge der Corona-Eindämmungsmaßnahmen entstanden sind oder verstärkt wurden,. Darüber hinaus soll das Programm den psychosozialen Folgen der Pandemie entgegenwirken sowie die soziale Kompetenzen der Kinder und ihr soziale Miteinander stärken. Zur Ermittlung der individuellen Förderbedarfe von Schülerinnen und Schülern, werden die Ergebnisse der EMOTIKON- und der Schuleingangsuntersuchung genutzt.

Die teilnehmenden Schulen kooperieren mit Sportvereinen aus ihrer Region. Gemeinsam bieten sie ein zusätzliches sportartübergreifendes Bewegungsangebot an. Das Angebot wird wöchentlich bis zum Ende des Schuljahres von Sportlehrkräften in Zusammenarbeit mit speziell ausgebildeten Trainern und Übungsleitern durchgeführt. Aktuell beteiligen sich 30 Schulen aus ganz Brandenburg mit 41 Angeboten am Programm. Das Interesse weitere Schulen an einer Teilnahme ist ungebrochen groß.

„Aufholen nach Corona – Kinder in Bewegung“ wird in Kooperation mit dem Märkischen Turnerbund umgesetzt. Er bringt unter anderem Schulen mit Sportvereinen zusammen und ist für die Verwaltung der Mittel verantwortlich.

Hintergrund
Die sportliche Aktivität und Bewegung von Kindern und Jugendlichen haben sich insbesondere im zweiten Lockdown mit durchschnittlich 62,2 Minuten pro Tag im Vergleich zum vorpandemischen Niveau nahezu halbiert. Die tägliche Bildschirmzeit hingegen hat sich mit durchschnittlich knapp 230 Minuten fast verdoppelt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) führen diese Entwicklung auf die Corona-Eindämmungsmaßnahmen zurück, aufgrund derer der Schul- und Vereinssport zeitweise fast vollständig zum Erliegen gekommen sind. Aber auch die körperliche Alltagsaktivität, wie Radfahren oder das draußen Spielen, ist in dieser Zeit signifikant zurückgegangen.

Der Bewegungsmangel trifft Kinder und Jugendliche nicht im gleichen Maß. Ähnlich wie im Bildungsbereich, hat die Pandemie bestehende Unterschiede im Sport- und Bewegungsbereich weiter verstärkt. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, deren Alltag und Freizeitgestaltung bereits vor der Pandemie durch Bewegungsmangel und wenig sportliche Aktivität gekennzeichnet waren.


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