LausitzLabs eröffnen: Neue Lernorte für die digitale Zukunft der Lausitz Zentraler Makerspace in Cottbus startet am 10. Oktober 2026
Cottbus, 10. Oktober 2026. Wie können Menschen eine Region im Strukturwandel aktiv mitgestalten? Und welche Kompetenzen brauchen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, um ihre Zukunft in einer zunehmend digitalen Welt selbstbewusst in die Hand zu nehmen? Die LausitzLabs geben darauf eine praktische Antwort. Mit einer Förderung des Bundes entsteht in der Lausitz ein neues Bildungsökosystem, das digitale, technische und gesellschaftliche Kompetenzen miteinander verbindet. Herzstück ist ein zentraler Makerspace in Cottbus, der am 10. Oktober 2026 in Rahmen der Nacht der kreativen Köpfe eröffnet wurde. Ergänzt wird er durch vier Satelliten-Labs in ländlichen Räumen und zwei mobile Einheiten, die Bildungsangebote auch in kleinere und entlegene Orte der Lausitz bringen.
Die LausitzLabs schaffen offene Lernorte, an denen Menschen Zukunftstechnologien nicht nur kennenlernen, sondern selbst ausprobieren und gestalten können. Eine Kostprobe dieses Lernens gab es bei der beliebten Nacht der kreativen Köpfe, wo Familien und Jugendliche eigene Designs im 3D-Drucker oder mit dem Lasercutter realisiert haben. Das Angebot reichte dabei von einer Näh-Ecke über eine KI-Maschine bis hin zum Bau eines eigenen energieeffizienten Modellhauses.
„Bildung an unseren Schulen und auch darüber hinaus steht vor immer neuen digitalen Herausforderungen“, sagt Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann, „mit den LausitzLabs schaffen wir neue Angebote und Lösungen. Denn sie sind Orte, an denen Menschen eigene Ideen entwickeln, Dinge ausprobieren und erfahren können, dass sie selbst etwas bewegen können. Die LausitzLabs sind eine Bereicherung für Cottbus, für die Lausitz und für das ganze Bildungsland Brandenburg.“
Im Mittelpunkt der LausitzLabs steht die Making-Pädagogik. Lernen findet dabei nicht ausschließlich über Bücher oder Bildschirme statt, sondern vor allem durch eigenes Ausprobieren, Gestalten und gemeinsames Entwickeln. In Workshops und offenen Werkstätten können die Teilnehmenden mit digitalen Technologien, technischen Systemen und kreativen Werkzeugen arbeiten. Sie entwickeln eigene Projekte, lösen praktische Probleme und erleben, wie aus einer ersten Idee Schritt für Schritt ein konkretes Produkt oder eine Lösung entsteht.
Diese Form des Lernens verbindet technisches Wissen mit Kreativität, Teamarbeit, Problemlösungsfähigkeit und Eigeninitiative. Gerade für eine Lausitz, die sich im Zuge des Strukturwandels zu einem innovationsorientierten Wirtschafts- und Lebensraum entwickelt, entstehen damit neue Möglichkeiten. Dabei setzen die LausitzLabs bewusst auf unterschiedliche Zugänge zum Lernen. Präsenzangebote in den Makerspaces und Satelliten-Labs werden mit Projektarbeit, Lernreisen und digitalen Lernangeboten verbunden. Eine Moodle-basierte Lernplattform ermöglicht es, Inhalte auch unabhängig von einem konkreten Lernort zu nutzen. Digitale Lernpfade und ein modulares Curriculum unterstützen individuelles Lernen und machen Lernfortschritte sichtbar. Open Educational Badges können erworbene Kompetenzen dokumentieren und sichtbar machen.
So entsteht ein Bildungsangebot, das nicht an einem einzelnen Workshop oder Lernort endet. Vielmehr werden verschiedene Einrichtungen und Akteure miteinander verbunden. Schulen, Bibliotheken, Jugendzentren, soziale Einrichtungen und Unternehmen können die Angebote gemeinsam nutzen und weiterentwickeln. Die LausitzLabs verstehen sich damit als Teil einer regionalen Bildungslandschaft, in der analoge und digitale Lernräume ineinandergreifen.
Mit dem zentralen Makerspace in Cottbus entsteht dabei der Ausgangspunkt für ein Netzwerk, das die gesamte Lausitz umfasst. Vier Satelliten-Labs in ländlichen Räumen ergänzen den zentralen Standort. Zwei mobile Labs bringen Materialien, Technologien und pädagogische Angebote darüber hinaus direkt zu den Menschen vor Ort. Damit folgt das Projekt einem einfachen Grundsatz: Bildung soll dort stattfinden, wo Menschen leben, und gleichzeitig regional miteinander verbunden sein.
Wissenschaftlich begleitet wird die Entwicklung durch die Universität Potsdam und die BTU Cottbus-Senftenberg. Die Begleitforschung untersucht unter anderem, wie sich die Angebote auf Interessen, Einstellungen und Fertigkeiten junger Menschen auswirken. Gleichzeitig wird betrachtet, wie sich regionale Institutionen und ihre Zusammenarbeit verändern und welchen Beitrag die LausitzLabs zum Strukturwandel in der Region leisten können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Bildungsangebote einfließen und dabei helfen, erfolgreiche Ansätze langfristig in der Region zu verankern.
Das Projekt wird im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen mit insgesamt 12,6 Millionen Euro gefördert und läuft vom 1. Mai 2026 bis zum 31. Dezember 2030. Verantwortlich für die Umsetzung ist ein Verbund aus dem Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V. (lmb), der Jungen Tüftler gGmbH, Mediale Pfade e.V., der Universität Potsdam, der BTU Cottbus-Senftenberg und der matrix gGmbH.
Mit der Eröffnung des Makerspaces in Cottbus beginnt nun die praktische Umsetzung des Bildungsökosystems. Von hier aus sollen neue Lernangebote entstehen, Kooperationen wachsen und Erfahrungen gesammelt werden, die anschließend in die gesamte Lausitz getragen werden können. Die LausitzLabs wollen damit zeigen, wie Bildungsräume in einer Region im Wandel gestaltet werden können: offen zugänglich, regional verankert, digital unterstützt, wissenschaftlich begleitet und mit dem Anspruch, Menschen zu befähigen, ihre eigene Zukunft und die Zukunft ihrer Region aktiv mitzugestalten.