Lernentwicklungsdokumentation und Zeugnisse

Leistungsbewertung und Zeugnisse©AdobeStock_Lukassek

Kinder wollen sich mit anderen messen. Für erfolgreiche und schnell Lernende ist das auch sehr bestätigend. Aber was, wenn ein Kind in einzelnen Lernbereichen auf Anhieb nicht so erfolgreich ist und mehr Unterstützung braucht?

Damit sich Schülerinnen und Schüler auf das entdeckende Lernen konzentrieren können, ihre Neugierde am Erfahren und Erleben gestärkt wird, gibt es in der Schuleingangsphase (Jahrgangsstufe 1 und 2) keine Noten.

Lernentwicklungsbogen

Zum Schulhalbjahr der Jahrgangsstufen 1 und 2 erhalten die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern Informationen zur Lernentwicklung in Form eines Lernentwicklungsbogens. Die Lernentwicklung wird in vier Ausprägungsgraden eingeschätzt.

Ausprägungsgrade: 
in Ansätzen ausgeprägt teilweise ausgeprägt vollständig ausgeprägt in besonderem Maße ausgeprägt
Lernentwicklungsgespräche

Gespräche zur individuellen Lernentwicklung mit den Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern sind während des gesamten Schuljahres möglich.

Auf Grundlage des Lernentwicklungsbogens können Gespräche zum Schulhalbjahr der Jahrgangsstufen 1 und 2 geführt werden. Ein Gespräch findet dabei statt, wenn die Eltern es wünschen oder die Klassenlehrkraft ein Gespräch für sinnvoll hält.

 
Zeugnisse

In den Jahrgangsstufen 1 und 2 erhalten Schülerinnen und Schüler zum Schuljahresende ihre Zeugnisse in Form von schriftlichen Informationen zur Lernentwicklung. Diese enthalten Beurteilungen zum Ausprägungsgrad des Kompetenzerwerbes der Lernenden in allen Unterrichtsfächern oder Lernbereichen gemäß der Stundentafel.

Die Zeugnisse können auch in Form der kompetenzorientierten Zeugnisse ausgestellt werden. Kompetenzorientierte Zeugnisse können in den Jahrgangsstufen 1 bis 4 genutzt werden. Die Schule entscheidet darüber gemeinsam mit den Eltern. Die Entscheidung kann für einzelne Klassen und Jahrgangsstufen erfolgen. Genau wie im Lernentwicklungsbogen wird der individuelle Kompetenzstand des Kindes verdeutlich und Symbole für die vier Ausprägungsstufen verwendet.

Beide Zeugnisvarianten ermöglichen einen offenen Austausch zur Lernentwicklung, zu Lernzielen und Entwicklungspotenzialen zwischen den Lehrkräften, den Lernenden sowie den Erziehungsberechtigten.

Die Grundschule bereitet die Schülerinnen und Schüler schrittweise auf die Benotung vor. Die Leistungsbewertung misst sich an den Standards des Rahmenlehrplans. In der Regel erhalten die Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 3 – jeweils zum Schulhalbjahr und zum Schuljahresende Zeugnisse mit Noten. Wenn allerdings die Mehrheit der Elternversammlung und die Mehrheit der Klassenkonferenz entsprechende Beschlüsse fassen, können in den Jahrgangsstufen 3 und 4 schriftliche Informationen zur Lernentwicklung oder kompetenzorientierte Zeugnisse an die Stelle von Noten treten. In die Bewertung der gezeigten Leistungen fließen sowohl die mündlichen als auch die schriftlichen Leistungen ein.

In den Jahrgangsstufen 5 und 6 erhalten die Schülerinnen und Schüler Zeugnisse in Form von Noten.

 

Übergänge in den Jahrgangsstufen 5 und 7

Da alle Schülerinnen und Schüler individuell unterschiedlich schnell lernen, haben sie die Möglichkeit, mit Beginn der Jahrgangsstufe 5 in einer Leistungs- und Begabungsklasse (LuBK) in einem der ausgewiesenen Gymnasien zu lernen. Damit Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 ihre Kompetenzen weiter entwickeln können, lernen sie in neigungs- und leistungsdifferenzierten Lerngruppen. Ergänzend zum Klassenunterricht werden hier weitere flexible und differenzierte Lernangebote geschaffen, die die Interessen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen.


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