Starkes Netzwerk für das Kindeswohl: Eröffnung der Kinderschutzambulanz (KIA) in Eberswalde
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und Vernachlässigung erfordert mehr als nur Engagement und braucht spezialisierte Fachkompetenz und verlässliche Strukturen. Mit der offiziellen Eröffnung der neuen KIA in Eberswalde schließen die GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit und ihre Partner aus den Landkreisen Barnim, Märkisch-Oderland und Uckermark eine entscheidende Lücke an der Schnittstelle von Medizin und Jugendhilfe.
Die KIAs in Potsdam und Eberswalde haben als erste von künftig mindestens fünf Einrichtungen ihrer Art im Land Brandenburg ihre Arbeit aufgenommen. Nach mehrjährigen Vorarbeiten wird diese interdisziplinäre Ambulanz jetzt als essenzieller Pfeiler der regionalen und landkreisübergreifenden Kinderschutzstrategie etabliert. Kern der Arbeit sind eine fachübergreifende Diagnostik im geschützten Raum sowie eine rechtssichere und verlässliche Dokumentation. Durch die enge Verzahnung der Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin (GLG Werner Forßmann Klinikum Eberswalde) und für Kinder- und Jugendpsychiatrie (GLG Martin Gropius Krankenhaus) wird eine schnelle und koordinierte Diagnosestellung und Hilfe für betroffene Kinder und Jugendliche im Auftrag der jeweils fallführenden Jugendämter sichergestellt.
„Kinderschutz geht uns alle an“ erklärte der Brandenburger Jugendminister Gordon Hoffmann, „es ist ein starkes Signal, dass wir in Eberswalde nur einige Tage nach Potsdam die zweite Kinderschutzinstitutsambulanz eröffnet haben. Insgesamt werden es zunächst fünf Standorte in Brandenburg sein. Wir schließen damit eine wichtige Lücke, um dem steigenden Bedarf an medizinischer Einschätzung in Fällen möglicher Kindeswohlgefährdung nachzukommen. Ich danke denjenigen, die beharrlich für diese Einrichtungen gekämpft haben.“
Dr. Friederike Haase, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt: " Die Sicherheit und Gesundheit unserer Kinder steht für uns an oberster Stelle! Mit der Eröffnung der zweiten Kinderschutzambulanz in Eberswalde gehen wir heute einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer deutlichen Stärkung des Kinderschutzes im Land Brandenburg. Durch die enge Verzahnung von medizinischer Expertise und der Kinder- und Jugendhilfe wird sichergestellt, dass bei Verdacht auf Kindesmisshandlung, Kindesmissbrauch oder Vernachlässigung eine schnelle Klärung erfolgt und, wenn nötig, sofort Hilfe geleistet werden kann."
Katrin Krumrey, Landes- Kinder- und Jugendbeauftragte Brandenburg: „Es ist geschafft! Brandenburg baut ein Netz aus Kinderschutzinstitutsambulanzen und hilft damit vielen Kindern und Jugendlichen in Notsituationen. Ich bin sehr dankbar, dass die Kliniken bei diesem wichtigen Kinderschutzthema nicht lockergelassen haben und nun auch die nötige Unterstützung von der Landesregierung vorhanden ist. Der Prozess war lang, aber erfolgreich.“
„Mit der Kinderschutzambulanz in Eberswalde stärken wir den Schutz von Kindern und Jugendlichen in unserer Region ganz konkret“, erklärte Daniel Kurth, Barnimer Landrat und zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der GLG. „Entscheidend ist dabei das enge Zusammenspiel von Medizin, Jugendhilfe und weiteren Partnern. Nur durch solche verlässlichen Strukturen können wir frühzeitig handeln und betroffenen Kindern schnell und wirksam helfen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die dieses wichtige Angebot mit großem Engagement aufgebaut haben.“
Friedemann J. Hanke, 1. Beigeordneter und Leiter des Fachbereichs 2 für Soziales und Jugend des Landkreises Märkisch-Oderland: „Mit der Kinderschutzambulanz in Eberswalde stärken wir unser gemeinsames Netzwerk für das Wohl der Schwächsten in unserer Gesellschaft. Kinder brauchen Schutz, Aufmerksamkeit und verlässliche Hilfe. Es ist ein starkes Zeichen der Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg. Dabei leitet uns auch ein Werteverständnis, das von Verantwortung, Nächstenliebe und dem besonderen Schutz der Würde jedes einzelnen Kindes geprägt ist.“
In der Eröffnungsrede betonte Kai Burmeister, Prokurist der GLG die gute Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen. „Die Resonanz und die Unterstützung, die wir erhalten haben, war beeindruckend und ein deutliches Signal dafür, dass das Konzept nicht nur gut sondern auch alle Mühen, die es gekostet hat, wert ist.“ Die KIA ist ein wichtiger Baustein im Netzwerk zur Sicherstellung des Wohls von Kindern und Jugendlichen. „Dass wir als GLG-Verbund hierfür einen Beitrag leisten können, macht mich stolz.“
„Der Kinderschutz braucht starke Netzwerke“, betonen die Initiatoren Dr. Dieter Hüseman, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am GLG Werner Forßmann Klinikum Eberswalde, und Sabine Gairing, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters am GLG Martin Gropius Krankenhaus. „Mit dieser Ambulanz schaffen wir einen sicheren Ort für Kinder und Jugendliche und unterstützen die beteiligten Institutionen mit medizinisch-multiprofessioneller Expertise.“
Die feierliche Eröffnung rückte sowohl die fachliche Notwendigkeit als auch die Perspektive der Kinder in den Mittelpunkt. Renommierte Experten, darunter Dr. Petra Degenhardt (Klinikum Westbrandenburg) und Kinderschutzmediziner Hendrik Karpinski (Kindernachsorgeklinik Strausberg), sprachen über die Herausforderungen, Kindeswohlgefährdungen frühzeitig zu erkennen und nachhaltig zu beenden. Unter dem Titel „Was ist wohl das Kindeswohl?“ führte die Schauspielerin Petra Goldkuhle mit Elisabeth von Eichendorff eine szenische Lesung auf. Dabei zeigten die beiden, wie durch Theaterinterventionen in Kitas und Schulen altersadaptierte Prävention zu unterschiedlichen Kinderschutzthemen gestaltet werden kann. Musikalisch wurde die Veranstaltung begleitet durch ein von Schülern gebildetes Gitarrenduo der Musikschule Barnim.