OSZ – Berufliche Schulen im Land stärken

Die OSZ-Studie 2019 – „Zur Situation der öffentlichen beruflichen Schulen und der Rahmenbedingungen für ihre künftige Entwicklung im Land Brandenburg“ (im Auftrag des Bildungsministeriums (MBJS) hat Anfang Mai erstmals einen umfassenden Überblick über die Situation der Oberstufenzentren (OSZ) im Land Brandenburg gegeben. Die aktuelle Situation der öffentlichen beruflichen Schulen wurde analysiert, Herausforderungen wurden identifiziert und Handlungserfordernisse für den schulischen Teil der dualen Ausbildung dargestellt. 

Zu diesen Herausforderungen zählen beispielsweise der demografische Wandel, die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Regionen, Zu- und Abwanderungsbewegungen, das  Berufswahlverhalten der Jugendlichen aber auch gesellschaftliche Trends wie die zunehmende Akademisierung und die Digitalisierung. 

Bildungsministerin Britta Ernst hat diese und weitere Herausforderungen mit Akteuren der beruflichen Bildung in vier Dialogveranstaltungen umfassend diskutiert, mit OSZ-Schulleitungen, Schulträgern, Unternehmensverbänden, dem Brandenburgischen Lehrerverband beruflicher Schulen, Gewerkschaften, Kammern, Agenturen für Arbeit, Jobcenter und weiteren. Ziel ist der Erhalt eines flächendeckenden Netzwerks für die berufliche Bildung und für eine möglichst wohnort- und betriebsnahe Beschulung. OSZ sollen gestärkt und zukunftsfest gemacht werden.  

Dafür wurden sechs Schwerpunkte künftigen Handels identifiziert:

  1. Stärkung der Attraktivität der regionalen Bildungsräume und der Bildungsangebote an OSZ
  2. Digitalisierung in der beruflichen Bildung
  3. Gemeinsames Lernen – Inklusion
  4. Übergang Schule – Beruf: alle Jugendlichen bekommen eine Perspektive in Ausbildung und Arbeit
  5. Stabilität und Qualität der OSZ stärken
  6. Dialog zwischen den Akteuren der beruflichen Bildung 

15 Millionen Euro sollen aus dem „DigitalPakt Schule“ als wichtiger Schritt zur Digitalisierung der beruflichen Schulen ausschließlich an die 25 OSZ fließen. Drei OSZ beteiligen sich derzeit an der Schulcloud, um sich digital zu vernetzen und digitale Bildungsangebote weiter auszubauen, sowie am Programm „medienfit“, mit dem eine moderne IT- Ausstattung der Schulen unterstützt wird: OSZ Märkisch-Oderland, Dahme-Spreewald und Eduard-Maurer-OSZ. 

Das gemeinsame Lernen von Jugendlichen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf wird an vier OSZ-Pilotschulen praktiziert (OSZ Potsdam-Mittelmark, OSZ Spree-Neiße II, OSZ Märkisch-Oderland und OSZ Ostprignitz-Ruppin). Die Erfahrungen der vier Pilot-OSZ sollen ausgewertet werden. Auf dieser Basis werden dann weitere OSZ am Programm „Gemeinsames Lernen“ teilnehmen. 

Ein regemäßiger Bildungsbericht zur beruflichen Bildung im Land Brandenburg soll etabliert werden. 

Künftig soll besser erkennbar sein, dass sich hinter dem Namen „OSZ“ der schulische Teil der dualen Ausbildung verbirgt – neben weiteren vielschichtigen Bildungsangeboten, von der beruflichen Grundbildung über die Berufsschule mit ihrer dualen Ausbildung bis hin zur Fachschule.

Bildungsministerin Ernst: „Die Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung muss deutlicher werden. Neben den vielen guten Berufsausbildungen kann oft auch ein höherer Schulabschluss erworben werden – von der Berufsbildungsreife bis zur Fachhochschulreife. Die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten müssen besser hervorgehoben werden, damit der Weg in die berufliche Bildung eine echte Alternative zum Studium darstellt. Deshalb schlage ich eine Umbenennung der OSZ vor: Der Begriff ‚Beruf‘ sollte im Namen vorkommen. Die große Herausforderung der Digitalisierung greifen wir auf, indem aus den Mitteln des Digitalpaktes 15 Millionen Euro für die OSZ zur Verfügung gestellt werden.“ 

Die Stärkung der beruflichen Bildung und die Weiterentwicklung der Oberstufenzentren sind Aufgabe aller Partner in der Beruflichen Ausbildung. Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg ist ein regelmäßiger Dialog und gute Zusammenarbeit – auf Ebene der OSZ, der Kreise und des Landes.   

Einige Fakten:

In den 25 OSZ mit insgesamt 22 Nebenstandorten werden derzeit landesweit fast 35.000 Schülerinnen und Schüler von 1.850 Lehrkräften beschult. Kernstück aller OSZ ist die duale Ausbildung in der Berufsschule, im Zusammenspiel von schulischer und betrieblicher Ausbildung werden derzeit rund 22.000 Jugendliche in rund 1.260 Klassen unterrichtet. 


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