Jugendministerium fördert Sonderstudie „Jugend in Brandenburg 2020 - Corona“ mit rund 112.000 Euro

Die Corona-Pandemie hat einen bedeutenden Einfluss auf die Lebenssituation vieler Jugendlicher: Soziale Kontakte haben sich verändert, viele Aktivitäten verlagerten sich über Monate in die Familie. Die eigene Wohnung wurde der Lebensmittelpunkt, das schulische Lernen musste anders als bisher organisiert werden. Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport fördert mit rund 112.000 Euro eine Studie des Instituts für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung e.V. an der Universität Potsdam (IFK), um zu wissen, in welcher Weise sich die Corona-Pandemie auf die Lebenszufriedenheit und Werte von Jugendlichen sowie auf ihre Zukunftserwartungen auswirkt und welche konkreten Unterstützungsbedarfe bestehen.

Die Sondererhebung richtet sich an alle Schülerinnen, Schüler und Auszubildenden (ca. 180.000) an den 485 weiterführenden Schulen im Land Brandenburg und erfolgt onlinebasiert. Die Teilnahme ist freiwillig und soll in der Freizeit der Jugendlichen stattfinden. Der Zugang erfolgt über einmalig nutzbare Codes. Es kann nicht zurückverfolgt werden, welche Jugendlichen welchen Code erhalten haben.

Ministerin Britta Ernst: „Während der dynamischen Entwicklung des Pandemiegeschehens mussten schnelle Entscheidungen gefällt werden, nicht zuletzt für den Schulbetrieb im Land. Uns ist die Meinung von Kindern und Jugendlichen sehr wichtig. Von der Sonderstudie erhoffe ich mir Auskünfte zur veränderten Lebenssituation und zu den Folgen der Pandemie auf junge Menschen. Diese Erkenntnisse können dann bei möglichen weiteren notwendigen Entscheidungen berücksichtigt werden. Daher bitte ich die Schülerinnen und Schüler, sich Zeit für die Beantwortung der Fragen zu nehmen.“

Prof. Dr. Dietmar Sturzbecher: „Die Corona-Pandemie bringt schwerwiegende Entwicklungsrisiken nicht zuletzt für Kinder und Jugendliche mit sich. Die Wirksamkeit von bildungs- und jugendpolitischen Gegenmaßnahmen hängt davon ab, inwieweit die tatsächlichen Lebens- und Lernbedingungen der Heranwachsenden berücksichtigt werden. Die Sonderstudie soll dazu aussagekräftige Ergebnisse liefern. Dies kann nur gelingen, wenn möglichst alle Schülerinnen und Schüler daran teilnehmen. Daher rufen auch der Landesrat der Schülerinnen und Schüler sowie der Landeselternrat alle Schülerinnen und Schüler dazu auf, ihre Meinungen und Erwartungen zu formulieren.“

Seit 1991 führt das von Prof. Dr. Dietmar Sturzbecher geleitete Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung e.V. an der Universität Potsdam (IFK) die Zeitreihenstudie „Jugend in Brandenburg“ durch. Neben den turnusgemäßen Erhebungen – die 9. Studie im Rahmen der Zeitreihe ist für Ende 2021/2022 geplant – werden Sondererhebungen durchgeführt.

Der für die Sonderstudie eingesetzte Fragebogen wird weiterentwickelte Elemente der Zeitreihenstudie „Jugend in Brandenburg“ enthalten (z.B. Lebenssituation, Wertvorstellungen, Freizeitverhalten, Mediennutzung). Ergänzend dazu werden neue Corona-spezifische Themenbereiche wie Erfahrungen mit dem Heimunterricht (Homeschooling) sowie Einstellungen zu Maßnahmen der Pandemiebekämpfung erfasst. Das IFK hat bei der noch laufenden Entwicklung des Fragebogens u.a. Vertreterinnen und Vertreter des Landesrats der Schülerinnen und Schüler, des Landeselternrats, des Landesjugendrings sowie des Landes- Kinder- und Jugendausschusses einbezogen.

Der Fragebogen soll über einen Zeitraum von mehreren Wochen – voraussichtlich Mitte September bis Mitte Oktober - online verfügbar sein. Die Ergebnisse der Sonderstudie sollen Ende November 2020 vorliegen. Danach sollen dann alle Schulen, deren Schülerinnen und Schüler sich an der Studie beteiligen, einen zusammengefassten Überblick über ihre Befragungsergebnisse erhalten, um auf die Unterstützungsbedarfe vor Ort zielgerichtet reagieren zu können.

Neben der Sonderstudie wird die Erarbeitung einer umfassenden Dokumentation zur Durchführung der Zeitreihenstudie „Jugend in Brandenburg“ gefördert. Damit wird der methodische Stand für die beabsichtigte Fortführung der Zeitreihenstudie abgesichert. Das Gesamtprojekt wird mit 204.427 Euro gefördert, von denen rund 112.000 Euro für die Sondererhebung eingesetzt werden.


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